Altersvorsorgedepot (AVD): Förderung, Kosten und Ablauf
Das Altersvorsorgedepot, kurz AVD, ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge. Neue Verträge lassen sich ab dem 1. Januar 2027 abschließen. Sie zahlen ein, der Staat gibt Zulagen dazu, und die Auszahlung im Alter wird voll versteuert. Diese Seite erklärt die Grundlagen. Was das in Ihrem Fall bedeutet, zeigt der Altersvorsorgedepot-Rechner.
Das Wichtigste in Kürze
- Förderung: Grundzulage, Kinderzulage und einmalig ein Berufseinsteigerbonus. Voraussetzung ist ein Eigenbeitrag von mindestens 120 € im Jahr.
- Steuern: Beim Ansparen bleiben die Erträge im Depot zunächst steuerfrei, die Auszahlung im Alter wird voll versteuert.
- Kosten: Beim Standarddepot sind die Effektivkosten auf 1 % im Jahr gedeckelt.
- Bindung: Das Geld ist bis zum Rentenbeginn gebunden.
- Risiko: Wertpapierkurse schwanken, auch Verluste sind möglich.
Welche Zulagen gibt es beim Altersvorsorgedepot?
Grundzulage. Auf die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr gibt es 50 %, auf den Teil darüber bis 1.800 € noch 25 %.
Kinderzulage. Für jedes Kind mit Kindergeldbezug gibt es 100 % des Eigenbeitrags, höchstens 300 € im Jahr. Mehr dazu steht unter AVD für Familien.
Berufseinsteigerbonus. Wer zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 Jahre ist, bekommt im ersten Vertragsjahr einmalig 200 €.
Einzahlen können Sie bis zu 6.840 € im Jahr, Zulagen gibt es aber nur auf den Teil bis 1.800 €. Der Bundestag hat auch Selbstständige und Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke im Angestelltenstatus in die Förderung einbezogen. Viele ältere Artikel nennen noch andere Zahlen. Woran das liegt, steht unter Entwurf und Gesetz.
Was kostet ein Altersvorsorgedepot?
Beim Standarddepot sind die Effektivkosten auf 1 % im Jahr gedeckelt, die Kosten einzelner Anbieter können darunter liegen. Ein ETF im eigenen Depot kostet oft weniger. Schon wenige Zehntel Prozent machen über Jahrzehnte einen spürbaren Unterschied, vergleichen Sie deshalb die Effektivkosten in den Vertragsunterlagen.
Wie wird ausgezahlt und versteuert?
Die Auszahlung beginnt in der Regel frühestens mit 65 und spätestens mit 70 Jahren. Ein Auszahlplan läuft mindestens bis zum Alter von 85 Jahren, zu Beginn dürfen bis zu 30 % des Kapitals außerhalb der laufenden Zahlungen fließen.
Die Auszahlung wird voll versteuert, auch der Teil, den Sie selbst eingezahlt haben. Eigenbeiträge bis 1.800 € zuzüglich der Zulagen lassen sich beim Ansparen als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt prüft selbst, ob dieser Abzug günstiger ist als die Zulage.
Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan?
Das AVD spielt seine Stärken aus, wenn die Zulagen im Verhältnis zum Beitrag hoch sind, also bei kleinen Beiträgen und mit Kindern, und wenn Ihr Steuersatz im Alter niedriger ist als heute. Der normale ETF-Sparplan ist im Vorteil, wenn Sie das Geld vor der Rente brauchen könnten, im Alter einen hohen Steuersatz erwarten oder mehr anlegen möchten, als gefördert wird. Beides lässt sich auch kombinieren.
Das sind typische Muster, keine Empfehlung für Ihren Fall. Mit eigenen Zahlen können Sie das im Vergleich mit dem ETF-Sparplan nachrechnen.
Was ist mit bestehenden Riester-Verträgen?
Bestehende Riester-Verträge dürfen weiterlaufen, ein Wechsel ist keine Pflicht. Kündigen Sie nicht einfach selbst, denn eine Kündigung mit Auszahlung ist eine schädliche Verwendung. Worauf es bei einer Übertragung ankommt, steht unter Riester-Wechsel.
Alle gesetzlichen Werte mit Quelle und Stand finden Sie unter Rechtsstand und Methodik.
Häufige Fragen
Was bedeutet AVD?
AVD ist die Abkürzung für Altersvorsorgedepot. Gemeint ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge.
Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?
Neue Verträge lassen sich ab dem 1. Januar 2027 abschließen. Maßgeblich ist das Altersvorsorgereformgesetz.
Kann ich vor der Rente an das Geld?
Das Altersvorsorgedepot ist auf die Rente ausgerichtet, das Geld ist bis dahin gebunden. Eine schädliche Verwendung kostet die Förderung. Wer jederzeit an sein Geld kommen möchte, ist mit einem normalen Depot flexibler.
Aktualisiert am 05.11.2026 · Rechtsstand geprüft am 05.11.2026