Altersvorsorgedepot oder normaler ETF-Sparplan
Beide Wege investieren in Wertpapiere, unterscheiden sich aber darin, wann der Staat etwas dazugibt und wann er besteuert. Das AVD bringt Zulagen beim Ansparen und volle Steuer im Alter. Der normale ETF-Sparplan bekommt nichts dazu, wird dafür aber nur auf die Erträge und zu einem festen Satz besteuert.
Der Vergleich
Beim Ansparen. Das AVD erhält Zulagen, die Erträge bleiben im Depot zunächst steuerfrei. Beim ETF-Sparplan fällt jedes Jahr die Vorabpauschale an, die sich aus dem vom Staat festgelegten Basiszins ergibt. Bei Aktienfonds sind davon 30 % steuerfrei, und der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € hilft, solange er nicht anderweitig verbraucht ist.
In der Auszahlung. Die AVD-Auszahlung wird voll mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert, auch der Teil, den Sie selbst eingezahlt haben. Beim ETF-Sparplan zahlen Sie nur auf den Gewinnanteil 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, ebenfalls nach Teilfreistellung.
Bei den Kosten. Beim Standarddepot sind die Effektivkosten auf 1 % im Jahr gedeckelt, die Kosten einzelner Anbieter können darunter liegen. Ein ETF im eigenen Depot kostet oft weniger. Schon wenige Zehntel Prozent machen über Jahrzehnte einen spürbaren Unterschied.
Bei der Verfügbarkeit. Ein normales Depot können Sie jederzeit verkaufen. Das AVD ist auf die Rente ausgerichtet: Die Auszahlung beginnt erst mit 65 bis 70 Jahren und läuft als Auszahlplan mindestens bis zum Alter von 85 Jahren.
Selbst nachrechnen
Beide Wege kosten Sie im Rechner gleich viel. Steht Ihnen beim AVD eine Steuererstattung zu, fließt sie nicht ins Depot, deshalb bekommt der ETF-Sparplan nur die tatsächliche Belastung. Die Beispiele oben im Rechner belegen die Felder mit typischen Situationen vor, auch mit einer, in der der ETF-Sparplan vorn liegt.
So lesen Sie das Ergebnis
Am wichtigsten ist der Steuersatz, bei dem beide Wege gleich wären. Liegt Ihr erwarteter Steuersatz im Alter deutlich darunter, hat das AVD einen Puffer. Liegt er in der Nähe oder darüber, ist der Vorteil unsicher oder dreht sich um. Wie hoch Ihr Steuersatz in Jahrzehnten sein wird, weiß heute niemand. Probieren Sie deshalb mehrere Werte aus.
Alle Ergebnisse beruhen auf Annahmen zu Rendite, Kosten und Steuerrecht, die über Jahrzehnte gleich bleiben. Tatsächlich ändert sich das alles. Welche Punkte das Modell nicht abbildet, steht unter Rechtsstand und Methodik.
Fazit
Die Rechnung zeigt typische Muster, aber keine Empfehlung für Ihren Fall.
Das AVD spielt seine Stärken aus, wenn die Zulagen im Verhältnis zum Beitrag hoch sind, also bei kleinen Beiträgen und mit Kindern, und wenn Ihr Steuersatz im Alter niedriger ist als heute. Der normale ETF-Sparplan ist im Vorteil, wenn Sie das Geld vor der Rente brauchen könnten, im Alter einen hohen Steuersatz erwarten oder mehr anlegen möchten, als gefördert wird.
Beides schließt sich nicht aus. Wer die Zulagen mitnehmen und trotzdem flexibel bleiben möchte, kann beide Wege kombinieren.
Häufige Fragen
Kann ich AVD und ETF-Sparplan kombinieren?
Ja. Sie können zum Beispiel bis zur geförderten Grenze ins AVD einzahlen und darüber hinaus in einen normalen Sparplan. So nutzen Sie die Zulagen und behalten einen Teil des Geldes frei verfügbar.
Warum ist der Steuersatz im Alter so wichtig?
Weil die AVD-Auszahlung voll versteuert wird. Je höher Ihr Steuersatz im Alter, desto mehr von diesem Vorteil geht verloren. Der Rechner zeigt deshalb den Steuersatz, bei dem beide Wege gleich wären.
Was passiert, wenn ich das Geld vor der Rente brauche?
Beim normalen Depot können Sie jederzeit verkaufen. Beim AVD ist das Geld gebunden, und eine schädliche Verwendung kostet die Förderung. Das zeigt keine der Zahlen im Rechner, sollte aber in Ihre Überlegung einfließen.
Michael Zech · Aktualisiert am 04.11.2026 · Rechtsstand geprüft am 04.11.2026